Über den Namensgeber

Karl Vossloh ist der dritte Sohn von Eduard Voßloh (1848-1899), dem Gründer der am 11. Juli 1888 in Altena ins Firmenregister eingetragenen Firma "Eduard Vossloh". Die wechselhafte Geschichte der Firma führt zur heutigen Vossloh AG.

Karl Vossloh wurde am 11. Mai 1882 geboren. Er besuchte eine höhere Schule (die sogenannte Kappenschule), um dann in Elberfeld (heute Wuppertal) ein Maschinenbaustudium zu absolvieren und dieses als Ingenieur abzuschließen. 1902 begann Karl Vossloh offiziell im Unternehmen Vossloh zu arbeiten. Er entwickelte und erhielt zahlreiche Patente. So entwickelte er 1924  den 'Hochspannenden Federring', welcher zum Standardfederring der deutschen, aber auch vieler ausländischen Bahngesellschaften wurde.
Karl Vossloh

Karl Vossloh (Bildmitte) im Gespräch mit Wilhelm Bomnüter (links), langjährigem Geschäftsführer der Firma Vossloh, und einem Geschäftsfreund.

Karl Vossloh knüpfte auch die bis heute andauernden Kontakte zur Technischen Hochschule München. Dort entwickelte Herr Professor Hermann Meier (1904-1968) nach dem zweiten Weltkrieg für die Deutsche Bundesbahn die Grundlagen für den modernen Eisenbahn-Oberbau. 1953 zum ordentlichen Professor für Eisenbahn- und Straßenbau berufen, gründete Herr Professor Meier u.a. mit Hilfe von Karl Vossloh ein Forschungsinstitut, welches durch seine wissenschaftlichen Arbeiten weltberühmt wurde.

Karl Vossloh abeitete, nebenr seiner Tätigkeit in der Firma Vossloh in den Vorständen der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer und des Arbeitgeberverband Mittellenne sowie im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Werdohl mit. 1954 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Technischen Hochschule München verliehen.

Wie auch seine Brüder Eduard jr., Wilhelm und Ernst sowie seine Schwester Hermine folgte Karl Vossloh seinem Vater Eduard in einer nicht alltäglichen Unternehmensphilosophie. Er verstand das Unternehmen als "Erbe und Lehensgut Gottes"; Gott habe es der Familie zur Verfügung gestellt, damit sie dadurch auf Dauer ernährt sei und eine Existenz finde. Gewinne sollten keine gescheffelt werden.

Karl und Hedwig Vossloh hatten sechs Kinder (s.u.). Der Namensgeber der Stiftung starb am 5. Februar 1960 im Alter von 77 Jahren. An der Trauerfeier in einer Produktionshalle des Werkes Werdohl nahmen fast 2.000 Menschen teil. Professor Hermann Meier würdigte Karl Vossloh als einen Menschen, der trotz seiner erfolgreichen Tätigkeit als Fabrikant immer Ingenieur geblieben sei und viele konstruktive Probleme erfolgreich gelöst habe. Im Namen der Arbeitnehmerschaft charakterisierte der damalige Betriebsratsvorsitzende Schulz den Verstorbenen als eine Persönlichkeit, die stets mehr Freund als Vorgesetzter gewesen sei.

Die Gründung der Stiftung

Die Karl-Vossloh-Stiftung wurde am 3. April 1995 von den Geschwistern Anni und Reinhild Vossloh zum ehrenden Gedenken an ihren Vater Karl Vossloh gegründet. Sie ist eine rechtsfähige Stiftung privaten Rechts. In der Stiftung kommt zum Einen das soziale Verständnis der Familie Vossloh zum Ausdruck. Zum Anderen ist es der Stiftung per Satzung aufgegeben, dort Forschung zu fördern, wo Karl Vossloh seinen Erfindungsreichtum maßgeblich einbrachte: im Bereich des Eisenbahnbaus.

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Karl Vosslohs "Orgelpfeifen" in der Reihenfolge des Alters von links nach rechts (Aufnahme ca. 1932): Reinhild, Hans, Wilhelmine, Friedrich, Anni, Walter).